Warum der Mondkalender funktioniert

Seit einigen Jahren erfreut sich der durch Paungger und Poppe popularisierte Mondkalender grosser Beliebtheit. Zu bestimmten Jahreszeiten sind ganze Abteilungen der Buchhandlungen für Mondkalender reserviert.  Die Frage, die sich wohl jeder stellt, der an solch einem Bücherstapel vorbeiläuft, ist sicherlich: funktioniert der Mondkalender auch? Eine mögliche Antwort darauf will ich in diesem Artikel beschreiben.

Auf meiner eigenen Mondkalender-Webseite habe ich eine kurze Übersicht der Theorie des Mondkalenders zusammengestellt. Im wesentlichen handelt es sich um eine Reihe von überlieferten Verhaltensregeln in Abhängigkeit vom Stand des Mondes. Ein Grund, warum der Mondkalender solch eine hohe Akzeptanz findet ist sicherlich, dass der Einfluss des Mondes auf Lebewesen und die Erde unbestritten und unübersehbar ist: Ebbe und Flut werden durch den Mond bestimmt, die Regelblutungen bei Frauen wiederholen sich im monatlichen Abstand, das heisst einmal pro Mondumlauf, und viele Beispiele mehr. Viele Regeln des Mondkalenders enthalten allerdings auch eine astrologische Komponente, beispielsweise sind die Sternzeichen bestimmten Regionen des menschlichen Körpers zugeordnet, und der Stand des Mondes im jeweiligen Sternzeichen gibt dann an, ob es aktuell Empfehlenswert ist, Operationen an diesem Körperteil durchzuführen. Mein Zahnarzt hat deshalb einen Mondkalender an seiner Wand hängen, und auch bei meinem Friseur wird so oft nach den günstigsten Tagen für Haarschnitte gefragt, dass dort ein Mondkalender an der Rezeption hängt.

Zur Wirksamkeit der Astrologischen Prinzipien kann ich wenig sagen. Persönlich bin ich eher skeptisch, habe aber auch keine Beweise gegen die Astrologie. Viele Behauptungen des Mondkalender müssten durch einfache Experimente überprüfbar sein (etwa die Behauptung, an bestimmten Tagen würde bei den Bäckern mehr Brot gekauft als an anderen), bislang wurden jedoch nur wenige davon durchgeführt. Meine Vermutung, weshalb der Mondkalender funktioniert, ist eine ganz andere: er funktioniert, weil es besser ist, irgendwelche Regeln zu haben, als gar keine Regeln. Im Vergleich zu früher ist das moderne Leben wesentlich unstrukturierter, abgesehen von den täglichen Arbeitszeiten haben die Menschen nur wenige feste Verpflichtungen. In allen anderen Belangen des Lebens sind die Menschen weitestgehend sich selbst überlassen. Die Vorgaben des Mondkalenders, der bestimmte Aktivitäten für bestimmte Tage enthält, können dabei sehr Hilfreich sein, um eine gewisse Routine und Struktur aufrechtzuerhalten. Selbst wenn man sich selber so eine Struktur zurechtlegen würde:  der Mondkalender nimmt einem die Arbeit für die gängisten Aufgaben des Alltags schon ab, warum also nocheinmal mühsam neu überlegen.

Als einfaches Beispiel: ich selbst vergesse häufig, meine Blumen regelmässig zu giessen. Der Mondkalender gibt ungefähr einmal pro Woche günstige Tage zum Blumengiessen vor. Würde ich dem Mondkalender folgen und meine Blumen dementsprechend einmal pro Woche giessen, ginge es meinen Blumen garantiert besser  als wenn ich  sie nur dann giesse, wenn ich zufällig daran denke.

Die meisten Empfehlungen des Mondkalenders haben ähnliche Eigenschaften, es schadet nicht, sie einmal zu oft auszuführen, sie überhaupt auszuführen ist aber immer besser als es gar nicht zu tun. Typische Empfehlungen des Mondkalender betreffen Haushaltsarbeiten (beliebig lange aufschiebbar, aber man fühlt sich besser, wenn man sie erledigt), Fitness und Körperpflege (dito – je mehr, desto besser). Aus dem Rahmen fallen die Operationen, doch bei diesen sind sich auch alle Authoren einig, dass dringende Operationen unabhängig vom Mondstand ausgeführt werden müssen – bei akuten Problemen kann man natürlich nicht noch warten, bis der Mond endlich mal richtig steht.

Soweit erstmal meine Theorie – ich hoffe in näherer Zukunft einige Empfehlungen des Mondkalenders auch experimentell zu untersuchen. Ein einfacher Test wäre z.B. eine Pflanze in doppelter Ausführung zu beschaffen, und die eine jeweils an den Mondkalendertagen zu giessen, die andere etwas zeitversetzt dazu. Stimmt der Mondkalender, müsste die erste Pflanze langfristig besser gedeihen als die zweite.

Mein Rationalismus soll auch bitte nicht die Menschen abschrecken, die vom Mondkalender überzeugt sind. Ich kann wie gesagt derzeit nicht beurteilen, ob die astrologischen Prinzipien wirksam sind oder nicht. Von daher würde ich mich freuen, wenn Sie meiner Mondkalender-Webseite Mondhandy.de einen Besuch abstatten, sofern der Mondkalender Sie interessiert. Ich habe die Aspekte des Mondkalenders sorgfältig recherchiert und bin vor allem Stolz auf meinen Mondkalender für Handys: es macht doch viel mehr Sinn, den Mondkalender auf dem Handy nachzuschlagen, als ein weiteres Papierbuch herumzuschleppen. Auch die Bäume freuen sich, wenn sie ihr Leben nicht mehr für die Herstellung von Mondkalendern lassen müssen.

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